WIR GEHEN NEUE WEGE

Warum ist eine Gabel geschwungen?
Wie wurden die Frottee-Handtücher erfunden?
Wann kommt das Auto, das mit 90-Grad gedrehten Rädern direkt einparkt?

Jedes Projekt ist die Abfolge von genau geplanten und definierten Arbeitsschritten, in einer kontrollierten Reihenfolge und Abhängigkeit. Alle Ergebnisse sind als Teilzielsetzungen wohldefiniert und haben eine jeweils spezifisch festgelegte Qualitätsvorgabe zu erfüllen. Projekte, die nicht zum Erfolg führen, haben entweder ungenaue oder falsche Planvorgaben – oder weisen im operativen Verlauf eine inhaltliche, zeitliche oder qualitative Abweichung zu diesen Planvorgaben auf.

Ist jedoch bei Einhaltung aller genannten Anforderungen der Erfolg eines Projekts garantiert?

Die Urdefinition des Begriffs Projekts ist, dass etwas Neues geschaffen wird. Nur wenn in irgendeinem Sektor eines (unternehmerischen) Systems eine Neuerung stattfindet, wird ein Projekt benötigt. Aus diesem Zusammenhang ist auch der Begriff selbst entstanden – eine Grundidee wird auf die Realität “projiziert”, mithilfe Ist- und Soll-Analysen in einen Plan gefasst und dann professionell umgesetzt.

Warum scheitern aber gutgemachte, gutgemeinte und fachmännisch überwachte Projekte trotzdem manchmal?

Der erwähnte Grundcharakter des Neuen birgt naturgemäß immer das Risiko des Unbekannten in sich – unbekannte und nicht vorher planbare Einflussfaktoren. Alleine der Ausgangspunkt eines jeden Projektvorhabens – als Idee vorliegend – enthält dieses Risiko in höherem Maße. Im allgemeinen nehmen die Risken und vor allem der Tragweite während des Projektfortschritts laufend ab, je weiter man in die späteren Phasen gelangt. Entscheidend sind die Bewegunsgmöglichkeiten eines Projekts, die Flexibilität und Disponierbarkeit im Steuerungsverlauf. Auf Problemstellungen – vor allem auf nicht vorhergesehene – muss rasch und adäquat reagiert werden können, möglichst ohne eklatante Abweichung vom Masterplan, was soviel heißt wie: ohne von der ursprünglichen Idee und vom angebahnten Ziel abzuweichen.

Dies bedarf je nach Situation manchmal rasch entwickelter, kreativer Ideen – und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Stellen Sie sich eine Almhütte vor, auf einem idylischen Wiesenhang am Waldrand. Es führt ein Wanderweg den Berg hinunter ins Tal bis ins nächste Dorf. Wenn ein Wanderer nun zu einer bestimmten Zeit hinuntergeht, in beliebigem, gemütlichen Tempo und mit beliebig vielen Pausen, dann ist er zum Beispiel um 14:00 Uhr genau in der Dorfmitte auf dem Hauptplatz angelangt. Am nächsten Tag beschließt dieser Wanderer – weil es ihm oben auf der Hütte so gut gefallen hat – wieder hinaufzuwandern. Er startet genau um dieselbe Zeit in der Dorfmitte, um die er am vorigen Tag oben gestartet ist und nimmt genau denselben Weg. Er hat meistens ein geringeres Tempo, da es bergauf geht und es an diesem Tag sehr heiß ist. Auch legt er deshalb öfter Pausen ein.

Die Frage ist nun: gibt es auf diesem Weg irgendwo einen Punkt, an dem der Wanderer an diesem zweiten Tag zur selben Zeit anlangt, an dem er auch am vorigen Tag war (zur selben Zeit) war?